Zwei Kandidaten für die Zukunft
Yulex (gereinigtes Polyisopren) wird ebenfalls aus dem Saft des Hevea-Baums gewonnen, aber zu 99 % von allergieauslösenden Proteinen gereinigt. Es ist nachwachsend, biobasiert, latexallergiker-freundlich.
Die alte Achillesferse von Naturkautschuk bleibt: Die Struktur ist anfällig für UV-Strahlung und benötigt weiterhin Additive. Yulex ist der erfolgreiche Versuch, einen natürlichen Rohstoff durch moderne Chemie so widerstandsfähig zu machen wie Neopren. Stand heute ist es die überzeugendste ökologische Alternative.
Der kommerzielle Einsatz begann 2008 – zunächst als Experiment mit Patagonia, aus der Guayule-Pflanze, später mit Hevea. Erst 2012 folgte das erste kommerziell einsetzbar Produkt, zunächst ausschließlich für Wetsuits gedacht. Für die breite Textilindustrie zu teuer, zu nischenspezifisch, zu neu. Als die Neoprenhüllen in diesem Archiv produziert wurden – 2013 – war Yulex für die Textilindustrie kein Thema – und ist es bis heute nicht.
Und dann ist da der Löwenzahn. Nicht der im Garten, sondern der Russische Löwenzahn (Taraxacum kok-saghyz). Das Fraunhofer-Institut IME in Münster erforscht und züchtet seit vielen Jahren Sorten mit besonders hohem Kautschukgehalt in der Wurzel. Continental produziert bereits Fahrradreifen daraus („Urban Taraxagum“). Die Vision: Kautschuk aus Europa, einjährige Pflanzen ohne große Bodenansprüche, keine Tropenimporte. Ob Löwenzahn-Kautschuk auch den Weg in die Textilindustrie findet, wird die Zukunft zeigen.
Hier ein Hinweis auf den Einsatz von Löwenzahn und Goldrute schon in den ? Jahren – als MArginalie?
